Schützenverein "Tell" Neuenschwand e.V.

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Vereinsgeschichte

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von Dr. Walter Hartinger

 

Das Alter der Schützenvereine

Vom Alter her stellen die Schützen alle anderen Vereine in den Schatten. Mit der Gründung der Städte im Mittelalter war es auch notwendig, dass die Bürger lernten, ihre Städte von der Mauer herab oder in der offenen Feldschlacht zu verteidigen. Sie taten das zunächst mit Pfeil und Bogen, bald aber schon mit Armbrüsten und dann mit Feuerwaffen. Weil man dazu einigermaßen Übung brauchte, um ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen, gründete man schon seit dem 13. Jahrhundert Schützengesellschaften, welche auf die Scheibe geschossen haben und regelmäßig trainierten.

Dabei spielte von Anfang an die Geselligkeit eine große Rolle. Die Bürgermeister, Landesherren und Adeligen stifteten nämlich von Zeit zu Zeit ein Fest mit Freibier, Wein und attraktiven Preisen für Schieß-Wettbewerbe, damit die Freude am Training aufrechterhalten wurde; die Schützenfeste waren Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens in den mittelalterlichen Städten, zu denen die Teilnehmer von weither anreisten. Trotzdem blieb das Hauptziel zunächst die Ertüchtigung für den kriegerischen Einsatz.

Das änderte sich seit dem späten Mittelalter, als die Feuerwaffen alle anderen Fernwaffen überflüssig machten. Nun zeigte sich, dass manche Bürger das Schießen mit Bögen oder Armbrüsten lieb gewonnen hatten und es auch weiterhin betreiben wollten, ohne damit in die Schlacht zu ziehen. Diese "Bogen-" oder "Stachel-" und "Stahl-Schützengesellschaften" - die beiden letzten Namen stehen für Armbrustschützen - konzentrieren sich auf die Städte. Spätestens von jetzt ab kann man von einem Schützen-"Sport" sprechen, weil es hauptsächlich um eine rein sportliche Ertüchtigung ging.

In der großen Zeit des deutschen Vereinswesens, im 19. Jahrhundert, wurde das Schützenwesen von den Städten und Märkten auch auf die Dörfer hinausgetragen. Es fand eine ungeheuere Ausweitung und Popularisierung statt, welche sicher auch damit zu tun hat, dass es einem Münchner Büchsenmeister gelungen ist, den Zimmerstutzen zu entwickeln, der wesentlich leichter zu bedienen war als die vorausgehenden Vorderlader und Repetiergewehre und der vor allem auch wesentlich weniger kostete. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich dann schnell das aus England kommende Kleinkalibergewehr durch, unschlagbar bei den Anschaffungs- und Munitionskosten und hervorragend in der Präzision.

Freilich durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde für kurze Zeit noch einmal der kriegerische Geist in die Schützengesellschaften und -vereine hineingetragen. Man hat alle Vereine zentral nach dem Führerprinzip organisiert und den Übungsbetrieb gezielt gefördert zur Wehrertüchtigung. So nimmt es auch nicht Wunder, dass die Besatzungsmächte 1945 nach dem Krieg grundsätzlich jederlei Schießsport verboten haben, die Ablieferung aller Sport- und Jagdwaffen anordneten und die entsprechenden Vereine auflösten.

Aber man merkte schnell, dass man damit das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hatte; bereits 1948 wurde das Verbot gelockert, und Zimmerstutzen (4,55 mm) und Kugelstutzen (8-11 mm) wurden wieder zugelassen. Jetzt konnte sich auch der Schießsport in Bayern und im übrigen Deutschland wieder entfalten. Mit Luftgewehren übrigens wollte man bis dorthin vereinsmäßig und mit sportlichem Ehrgeiz nicht schießen; sie waren etwas für das Vergnügen von Halbwüchsigen auf dem Volksfestplatz. Dabei wurde diesen Gewehren jedoch unrecht getan. Denn auch sie konnten auf ein respektables Alter zurückblicken.


Luftgewehre als Sportwaffen

Anfang des 17. Jahrhunderts wurden in einer Reihe von europäischen Ländern funktionstüchtige Luftgewehre oder Windbüchsen erfunden, welche man auch im Ernstfall verwenden konnte. Doch nur in Österreich hat man 1780 den Versuch unternommen, eine militärische Einheit mit Windbüchsen auszustatten. Sie blieben aufgrund der Pumpvorrichtung schwer im Gewicht, umständlich in der Bedienung, ungenau im Schuß und gefährlich bei der Hantierung; nicht selten hat es beim Aufpumpen die Druckbehälter zerrissen - mit meist schrecklichen Folgen für den Schützen.

Erst als nach der Mitte des 19. Jahrhunderts in dem alten Waffenproduktionsort Zella-Mehlis die Hebelspannung erfunden worden war, hat man den Luftgewehren entscheidende Vorteile in der Bedienungsfreundlichkeit und Sicherheit verschafft. Die deutschen Schießsportvereine blieben trotzdem skeptisch. Erst aufgrund des erwähnten alliierten Verbots 1945 begann ein Umdenken. Vor allem aber wurden mittlerweile durch die Industrie Luftgewehre auf den Markt gebracht, welche es spielend mit den alten Präzisionswaffen an Genauigkeit aufnehmen konnten. Und sie fielen nicht unter das Verbot der Besatzungsmächte! Der 1950 neu begründete Bayerische Sportschützenbund erkannte die Luftgewehre als Sportwaffen an, und ihm folgte im nächsten Jahr der Deutsche Schützenbund.

So kommt es seit etwa 1950 zu einer neuen Gründungswelle für Schützenvereine auf der Grundlage des Schießens mit dem Luftgewehr. Dieses minimierte nochmals die Anschaffungskosten für Gewehr, Munition und Scheiben. Außerdem konnte man sich nun begnügen mit Schußdistanzen von acht und zehn Metern, so dass jeder größere Saal ausreichte, um einem Verein einen ganzjährigen Übungsbetrieb zu erlauben. Ein echter Breitensport konnte sich nun entwickeln. Dem wurde im Lauf der Zeit auch dadurch Rechnung getragen, dass man das Schießen mit dem Luftgewehr 1972 als olympische Disziplin anerkannte. Das hat schließlich noch einmal einen neuen Schub für die Gründung von Schützenvereinen gebracht; aber die Neuenschwandner konnten sich damals sozusagen schon zu den alten Hasen rechnen.


Gründung des Schützenvereins "TELL" Neuenschwand

Wie man aus der obigen Skizze sehen kann, gehörten die Neuenschwandner mit der Gründung ihres Luftgewehr-Schützenvereins praktisch zu den Männern der ersten Stunde. Freilich darf man annehmen, dass man 1952 nicht auf die Idee gekommen wäre, einen speziellen Verein zu gründen, wenn sich nicht schon vorher der Umgang mit dem Luftgewehr einer gewissen Beliebtheit erfreut hätte. Tatsächlich wissen sich ältere Neuenschwandner noch daran zu erinnern, dass es damals zu einem der beliebtesten Vergnügungen der heranwachsenden jungen Männer gehört hat, am Sonntag Nachmittag mit dem Luftgewehr durch das Dorf zu streichen und Spatzen zu schießen. Meist waren mehrere Abteilungen unterwegs, welche die bedauernswerte Spatzenschar zwischen dem oberen und unteren Dorf hin und her trieben. Mit den Spatzen hatte man keinerlei Mitleid; Schwalben, Bachstelzen, Amseln etc. waren als Ziele absolut verboten. Aber freilich hat auch mancher Grünfink, Buchfink und manche Gartengrasmücke frühzeitig ihr Leben lassen müssen, weil sie sich auf dem Stadeldach oder in der Baumkrone von einem Spatzen nicht hatte unterscheiden lassen.

Für die Vogelwelt jedenfalls war es ein Segen, dass einige Männer 1952 auf die Idee gekommen sind, die eindeutig damals bereits vorhandenen spezifischen Fähigkeiten im Umgang mit dem Luftgewehr in eine weniger gefährliche und sinnvollere Richtung zu lenken. Bevor die Spatzen in Neuenschwand endgültig ausgerottet wurden, hat man den Schützenverein gegründet.

Die zündende Idee kam dem Lehrer PETER BRAUN und etlichen anderen Männern - manche von ihnen als leidenschaftliche Jäger ohnehin gute Schützen wie JOSEF und GEORG DIRMEYER oder MICHEL FISCHER und FRANZ KAGERER - beim damals alljährlich stattfindenden Jägerball im Gasthaus DIERMEYER. Zum 1.4.1952 lud der Lehrer PETER BRAUN die Interessierten zu einer Gründungsversammlung ins Gasthaus WIENDL, dem Troidlwirt, ein. Dort wurde der neue Verein "TELL - Neuenschwand" dann sozusagen aus der Taufe gehoben. Die Patenschaft übernahm die "Königlich Privilegierte Schützengesellschaft TELL Schwandorf". Männer der ersten Stunde waren:

BAUER KARL, BIRKE FRITZ, BOLLWEIN JOHANN, BRAUN PETER, DIRMEYER GEORG, DIRMEYER JOSEF, DOBLER JOSEF, FEIGE GERHARD, FISCHER MICHAEL, HUBER GEORG, HUBER HANS, HUBER LUDWIG, KAGERER FRANZ sen., KAGERER FRANZ jun., KAGERER FRITZ, KAGERER LUDWIG, KAGERER MAX, KARG JOSEF, LEHNER JOSEF, LORENZ JOSEF, POLLINGER MICHAEL, WIENDL JOSEF, WIENDL MICHAEL, WIENDL PETER.

Gründungsmitglieder sowie Ehrung langjähriger Mitglieder

Gründungsmitglieder sowie Ehrung langjähriger Mitglieder


Hauptaufgabe des neuen Vorstands um den 1. Schützenmeister PETER BRAUN war es, die Formalitäten der Vereinsgründung zu erledigen, TELL - Neuenschwand in den Bayerischen Sportschützenbund aufnehmen zu lassen und einen regelmäßigen Übungsbetrieb zu organisieren.


Schießstätten des Vereins

Mit einer eigenen Lokalität konnte man zunächst einmal nicht dienen, doch die beiden Wirte waren entgegenkommend für eine provisorische Lösung: Jeden Samstag, später dann an den Donnerstagen wurden die Gasträume umfunktioniert. Beim DIRMEYER-Wirt mußte man als erstes die zur Straße führende Haustüre absperren, dann wurde vom Gastzimmer aus durch die Eingangstür hindurch in den Windfang geschossen, und beim TROIDLWIRT machten es sich die Schützen in der Küche bequem, von wo sie durch die geöffnete Nebenzimmertür hindurch das Schwarze an der Rückwand des Nebenzimmers zu treffen suchten. Immerhin konnte man so jeweils acht Meter Schießstandlänge erreichen und einigermaßen Wettkampfbedingungen anbieten; doch umständlich war das Ganze erheblich, und die Schützenmeister und deren Helfer sind im Nachhinein zu bewundern, die Woche für Woche einen einsehbaren Schießstand errichteten, jeweils eine Seitenwand zu den bewirtschafteten Teilen der Gasträume sowie einen Kugelfang aufbauten, damit den auch damals strengen Sicherheitsvorschriften entsprochen werden konnte.

Zu einer Teilnahme an den offiziellen Rundenwettkämpfen mochte man sich zu jener Zeit noch nicht entschließen, aber vereinsintern gab es schon bald Preis- und Königsschießen. Jedenfalls setzte sofort ein eifriger Übungsbetrieb ein, gelegentlich zum großen Mißvergnügen der Eltern, wenn ihre Sprößlinge noch nicht volljährig waren; und das Erwachsenenalter begann damals bekanntlich erst mit 21 Jahren. Die möglichen Konflikte mußte am eigenen Leib PETER HARTINGER erleben, der 1958 bis zu seiner Einberufung zur Bundeswehr 1960 die Führung des Vereins übernommen hatte. Sein Vater hatte ihm strikt verboten hat, das Vereinsgewehr, das irgendwo sicher aufbewahrt werden mußte, mit nach Hause zu nehmen. Darum lagerte er es bei seinem Nachbarn, dem Schmied und TELL - Gründungsmitglied GEORG HUBER in der Räucherkammer neben dessen Jagdgewehr; und so hing dann immer der feine Duft von Geräuchertem in der Luft, wenn der PETER mit dem Vereinsgewehr auf dem Schießstand erschienen ist. Doch der Genauigkeit im Schießen tat das keinen Abtrag; PETER HARTINGER ließ die erste Teilermaschine anschaffen, die bis in die 80er Jahre hinein gute Dienste verrichtete.

Bei diesem umständlichen Schießbetrieb mit wöchentlichem Neuaufbau des Schießstandes und Wechsel zwischen den beiden Dorfwirtshäusern blieb es über mehr als zehn Jahre; die Sache hatte freilich auch ihre Vorzüge: Hatte vorher mancher Dorfgenosse seinen Stammwirt, dem er verbissen treu blieb nach dem Motto: "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!", so drangen die ersten Schützenmeister entschieden darauf, dass jeder Schützenbruder bei jedem der beiden Wirte zu den Übungen erschienen ist. Das hat dem innerdörflichen Frieden gut getan. Trotzdem war der Wunsch nach einem festen Schießstand verständlich. Dieser fand sich schließlich in dem Saal des TROIDLWIRTES, der ansonsten das Jahr über nur zu den großen Faschings- und Kirchweihbällen oder bei einem größeren Leichenschmaus genutzt wurde. Das Landratsamt Neunburg v. W. gab 1964 die Einwilligung zum festen Einbau von vier Schießständen; jetzt hatte das "Zigeunerleben" ein Ende. Der Troidlwirt wurde zum bevorzugten Vereinslokal. Doch sollte sich auch das nur als eine kurzfristige Übergangslösung herausstellen. Denn im folgenden Jahr wurde zum großen Bedauern der Neuenschwandner der Schulbetrieb im Ort endgültig eingestellt und damit das bisherige Schulhaus funktionslos.

Für die Sportschützen des TELL - Neuenschwand freilich eröffneten sich dadurch ganz neue Möglichkeiten. Man bestürmte die Gemeinde Bodenwöhr als Eigentümerin wegen Nutzung des Schulhauses als Vereinslokal und fand tatsächlich ein offenes Ohr. Zum 1. Januar 1966 wurde der Verein offizieller Pächter dieses zentral gelegenen Hauses, freilich mit der Auflage, sich um den Unterhalt des Gebäudes zu kümmern. Im wesentlichen durch Eigenleistung der Schützen und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde wurden sechs Luftgewehr-Schießstände aufgebaut und das Gebäudeinnere so eingerichtet, dass es für die Vereinszwecke geeignet war. Im Eifer des Gefechtes hatte man freilich übersehen, dass man dazu eigentlich eine offizielle Erlaubnis durch das Landratsamt Schwandorf aufgrund eines sicherheitstechnischen Gutachtens gebraucht hätte. Das Versehen bemerkte man 1975 und holte nun nachträglich die Genehmigung ein, welche am 17. März 1977 erteilt wurde.

Laut Pachtvertrag hatte der Schützenverein die neue Lokalität auch für öffentliche Zwecke wie Wahlen, Untersuchungen des Gesundheitsamtes, Schluckimpfungen, Versammlungen der Flurbereinigungsgemeinschaft etc. zur Verfügung zu stellen und der Freiwilligen Feuerwehr Neuenschwand einen Raum für deren Schulungen einzuräumen. Dazu kam dann als Mitnutzer wenig später auch noch der SV Alten- und Neuenschwand. Namentlich mit dem Sportverein gestaltete sich das Zusammenleben Mitte der 70er Jahre nicht ganz unproblematisch (Aufräumen von Eckfahnen, Tornetzen, Kalkvorräten zum Ziehen der Linien, Reinigung ...), doch wurde schließlich diese Symbiose durch den Bau eines eigenen Sportheimes in Altenschwand hinfällig.

Mit der Übernahme der ehemaligen Schule als Schützenheim sind für die Männer und Frauen von TELL - Neuenschwand Aufgaben entstanden, die in den folgenden Jahren das Leben des Vereins mindestens genauso intensiv geprägt haben wie der eigentliche Schießbetrieb: Immer wieder gab es etwas zu renovieren, umzubauen, Leitungen zu legen, Innen- und Außenanstriche durchzuführen, zu pflastern, Gartenzaun und Bepflanzung in Ordnung zu halten, Frostschäden zu beheben und und und. Schließlich lag das Gebäude mitten im Ort, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche, bildete den Gegenstand der allgemeinen Beobachtung und gegebenenfalls auch der Kritik. Dieser wollte man sich aber unter keinen Umständen aussetzen; und so kommen bis zum Jahr 2000 die diversen Fähigkeiten der Vereinsmitglieder zur Entfaltung als Elektriker, Schreiner, Maurer, Installateur, Schlosser, Gärtner usw. Der Verein darf sich etwas darauf zugutehalten, dass er im wesentlichen durch bereitwillig erbrachte unentgeltliche Leistungen seiner Mitglieder einen sichtbaren Beitrag zur Dorfbildpflege geleistet hat. Die jeweiligen Schützenmeister mußten nicht lange betteln, wenn es am Schützenheim Hand anzulegen galt. 1982 unterzog man das Haus einer gründlichen Renovierung, 1994 baute man den Schießstand um, installierte eine neue Kugelfangwand und eine elektrische Scheibenzug-Anlange.

Doch trotz all dieses Engagements ließ es sich nicht übersehen, dass das Gebäude ursprünglich einmal ein Schulhaus gewesen war und den Bedürfnissen des Vereins, namentlich bei der Austragung von Veranstaltungen auf Gau-Ebene nur sehr unzulänglich entsprach. Außerdem erforderte das Gebäude, errichtet aus Sandsteinen vom Steinbruch jenseits der B 85 am Ortsrand, ohne Keller und Grundwasser-Isolierung, mit unzureichendem Wärmeschutz und veralteten Installationen einen zunehmend höheren Investitionsbedarf. So drängte man zu einer anderen Lösung; und nachdem die benachbarte und befreundete FFW Neuenschwand ebenso dachte und die Schützenmeister FRANZ KÄSBAUER und JOHANN HABERL sowie Vorstand und Kommandant der FFW LOTHAR HARTINGER und JOSEF KAGERER an einem Strang zogen, wurde das Unglaubliche wahr: Der Bürgermeister von Bodenwöhr, WALTER WALLINGER, versprach 1997 von Seiten der Gemeinde alles Menschenmögliche zu tun durch Bereitstellung von Grundstück und Baukosten, um so eine ganz große optimale Lösung zu ermöglichen, die Errichtung eines kombinierten Schützenheims/Feuerwehrgerätehauses am westlichen Ortsrand.

Am 26. Juni 1998 wurde die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn erteilt, und noch im Herbst dieses Jahres wurde unter der Leitung der Firma JOSEF WILHELM aus Altenschwand nach dem Plan von ERWIN KÄSBAUER in nur acht Wochen der Rohbau erstellt. Bedingung war, dass jeden Tag zwei Mitglieder des Vereins auf der Baustelle erschienen und mitarbeiteten; meist waren es mehr, unter ihnen die ganze Zeit über GEORG HUBER, aus dessen geschickten Händen auch das geschnitzte Taferl stammt, das den Vereinsabordnungen bei Festzügen vorausgetragen wird. Am 5.12.1998 wurde Richtfest gefeiert. Von jetzt ab waren wieder die handwerklichen Fähigkeiten der Schützinnen und Schützen gefragt. Zusammen mit den Mitgliedern der FFW Neuenschwand wurden Eigenleistungen erbracht, die nur nach Tausenden von Arbeitsstunden gerechnet werden können. So war es möglich, dass im Sommer 2000 der Umzug ins neue Schützenheim erfolgen konnte und die Einweihung im Rahmen des 100jährigen Gründungsfestes der FFW Neuenschwand plan- und wunschgemäß - allerdings unter miserablen Witterungsbedingungen - durch den Ortspfarrer GRIMM am 6. August 2000 vollzogen wurde. Damit hat ein neues Kapitel in der Existenz des Schützenvereins TELL - Neuenschwand begonnen. Es steht zu hoffen, dass die Bereitschaft zu sportlichem Training und gesellschaftlichem Engagement unter diesen erfreulichen äußeren Bedingungen in der Zukunft erhalten bleibt oder noch gesteigert wird.


Sportliches Vereinsleben

Jeder Verein lebt vom Zusammenspiel seiner Mitglieder und seiner Führung. Für TELL - Neuenschwand läßt sich sagen, dass er von der Gründung 1952 an zunächst einmal bis zum Ende der 50er Jahre auf seinem Stand von ca. 25 Mitgliedern verblieben ist. Einer gezielten Werbeaktion Mitte der 60er Jahre, angestoßen durch den damaligen Schützenmeister FRANZ KERSCHER und umgesetzt durch PETER HARTINGER und FRANZ HAUSER war es zu verdanken, dass kurzfristig 1965 sogar die Grenze von 60 Mitgliedern überschritten werden konnte; KERSCHER hatte die Devise ausgegeben, dass mindestens aus jedem Haus im Dorf jemand Mitglied werden müsse und das Team HARTINGER/HAUSER hat das erreicht, wenn auch mancher Kandidat erst durch eine überlange Werbeaktion im Wirtshaus überzeugt werden mußte. Dieser Stand ließ sich aber zunächst nur kurzfristig halten. Anfang der 70er Jahre hatte man wieder knapp 50 Mitglieder. Von da an ging es kontinuierlich aufwärts. 1980 überschritt man die 70er Grenze, und derzeit verfügt der Verein über 93 Mitglieder; dies ist für einen Ort wie Neuenschwand beachtlich und bedeutet vor allem, dass ein großer Teil der männlichen und weiblichen Jugend hier organisiert ist.

Als Schützenmeister haben zwei Lehrer eine herausragende Rolle gespielt und damit einen der vielen Beweise dafür geliefert, wie wichtig für das kulturelle Leben es ist, dass die Schulen - und damit auch die Lehrer - auf dem Lande bleiben; dies war zum einen der Lehrer PETER BRAUN, der die Gründung angeregt hat. Vermutlich kam er durch den Kontakt zu dem begeisterten Jäger GEORG DIRMEYER, der aufgrund seiner Leidenschaft bei einem Jagdunfall den rechten Arm verloren hatte und in dessen Haus die Lehrerfamilie BRAUN Wohnung bezogen hatte, auf die Idee, einen Schützenverein zu gründen. Oder wollte er dem sonntäglichen Spatzen-Sterben eine Ende bereiten?

In den 60er Jahren war es dann der Lehrer FRANZ KERSCHER, der dem Verein seinen Stempel aufgedrückt hat. Er ließ TELL - Neuenschwand ins Vereinsregister eintragen und eine Satzung drucken, er sorgte für die Anpachtung des ehemaligen Schulhauses als neues Schützenheim und verschaffte damit dem Verein ein räumliches Zentrum, außerdem ließ er Schützenjacken anfertigen, welche TELL -Neuenschwand auch nach außen als eine Einheit sichtbar machten. Berühmt, weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt wurden die von ihm organisierten Schützenfeste im Gelände des ehemaligen Steinbruchs, an die man sich heute noch mit Begeisterung erinnert; von ihnen wird noch die Rede sein. In seiner Zeit gab es sogar eine eigene Vereinszeitschrift: "Der TREFFER";

Der TREFFER

dort wurden nicht nur die wichtigsten Termine bekanntgegeben, sondern auch auf lustig-ironische Weise besondere Vorfälle im Vereins- und Dorfleben aufgespießt. Erst nachdem er sich im "TREFFER" entdeckte, hat mancher Dorfgenosse die überfällige Reparatur seiner Zäune, Scheunenwände oder Stadeldächer vorgenommen oder dafür gesorgt, dass sich die Jauche von seinem Misthaufen nicht mehr eine freie Bahn über die Dorfstraße suchte. Bei seinem berufsbedingten Weggang von Neuenschwand stiftete er einen Silber-Wanderpokal, der neun Jahre weitergereicht wurde und im zehnten Jahr in den Besitz eines Schützen überging.

Auch das angeblich "schwache" Geschlecht hat sich um die Vereinsführung verdient gemacht. Zwischen 1990 und 1994 leiteten zwei Frauen, RENATE IPPISCH und nach ihr deren Schwester MARTHA WINDL, die Geschicke des Vereins. In besonderer Weise verbindet sich in den letzten Jahrzehnten das Leben im Verein mit dem Namen FRANZ KÄSBAUER. Als Erster Schützenmeister steht er nun seit 18 Jahren in der Verantwortung; nimmt man aber seine Zeiten als Sportleiter, Rundenwettkampfleiter und Jugendleiter noch hinzu, dann bringt er es auf mehr als 30 Jahre aktive Vereinsarbeit. Auch er sorgte dafür, dass der Verein eine zeitgemäße neue Satzung erhielt und ließ diese am 4.7.1980 ins Vereinsregister eintragen. Kaum weniger lang stellten sich in verschiedenen Funktionen JOHANN HARTINGER, JOHANN HABERL und LOTHAR HARTINGER dem Verein zur Verfügung. Insgesamt schaut die Liste der Ersten und Zweiten Schützenmeister oder Schützenmeisterinnen im ersten halben Jahrhundert des Bestehens folgendermaßen aus:
Erste Schützenmeister und Schützenmeisterinnen

 

1952-1953 PETER BRAUN
1953-1955 LUDWIG HUBER
1955-1957 JOSEF LEHNER
1957-1958 MICHAEL POLLINGER
1958-1960 PETER HARTINGER
1960-1962 MICHAEL POLLINGER
1962-1969 FRANZ KERSCHER
1969-1974 JOHANN HARTINGER
1974-1980 JOHANN HABERL
1980-1990 FRANZ KÄSBAUER
1990-1992 RENATE IPPISCH
1992-1994 MARTHA WINDL
1994-2002 FRANZ KÄSBAUER

 

Zweite Schützenmeister und Schützenmeisterinnen

 

1953-1955 PETER BRAUN
1955-1958 JOSEF DOBLER
1958-1960 GEORG HUBER
1960-1962 FRANZ KERSCHER
1962-1963 JOHANN HARTINGER
1963-1964 ALBERT HUBER
1964-1969 JOHANN HARTINGER
1969-1972 SIEGFRIED POGRZEBA
1972-1974 JOHANN HABERL
1974-1990 JOHANN HARTINGER
1990-1992 ALBERT KRIEGER
1992-1994 MARKUS HABERL
1994-2002 JOHANN HABERL

An den Anfängen des Vereins stand das gesellige Schießen im Vordergrund; man beteiligte sich darum auch nicht an den Rundenwettkämpfen, Gaupokalschießen etc., verständlich wenn man auf die vergleichsweise "primitiven" Verhältnisse an den Neuenschwandner Schießständen sieht. Das änderte sich unter der Leitung von FRANZ KERSCHER, vor allem nachdem man seit 1964 über fest eingebaute Schießstände verfügte. FRANZ KÄSBAUER sorgte dann 1981 dafür, dass eine neue einheitliche Schützenkleidung angeschafft wurden; sie verbesserte das optische Erscheinungsbild der TELL - Schützen wesentlich. Darum faßte man 1988 den Entschluß, sich künftig ab und zu auch bei Festzügen zu beteiligen, obwohl man über keine eigene Fahne oder Standarte verfügte; dies geschah erstmals im nämlichen Jahr bei dem Gründungsfest des Obst- und Gartenbauvereins Alten- und Neuenschwand. Hatte JOHANN HABERL bereits 1977 eine Königskette anschaffen lassen, um den sportlichen vereinsinternen Ehrgeiz etwas anzuheizen, so holte FRANZ KÄSBAUER dies 1987 nach mit einer eigenen Lisl-Kette, was der Beteiligung der Frauen einen mächtigen Auftrieb gab.

Was die sportliche Seite angeht, so verliefen die letzten 50 Jahre in den für einen Schützenverein gewohnten Bahnen: Man nahm teil an Rundenwettkämpfen und Pokalschießen, Gau- und Oberpfalzmeisterschaften, Vergleichskämpfen, Vereins- und Städtefernwettkämpfen. In den 60er Jahren haben FRANZ KERSCHER als Gausportleiter und LOTHAR HARTINGER als Gaupresseleiter und in den 80er Jahren HANS HABERL und seine Frau HEIDI HABERL in den entsprechenden Funktionen sowie ALBERT KRIEGER als Gaurundenwettkampf-Leiter sogar Verantwortung für den gesamten Schützengau übernommen. Einige wenige Mannschaften von TELL - Neuenschwand, dafür aber beachtliche viele Einzelschützen konnten überörtlich auf sich aufmerksam machen:
1964 Die 1. Mannschaft belegt Platz 1 im Gau Bruck im Bundesvereins-Fernwettkampf,
1965 die Damenmannschaft wird erste bei der Gaumeisterschaft;
VRONI POLLINGER belegt 2. Platz in der Damenklasse;
1966 LOTHAR HARTINGER 1. und
JOSEF HARTINGER 2. bei Gaumeisterschaft in Zimmerstutzen;
Damenmannschaft 1. bei Gaumeisterschaft in LG;
1. Mannschaft erringt den Gauwanderpokal;
V.l. Josef Hartinger, Albert Huber, Lothar Hartinger, Franz Kerscher "V.l. Josef Hartinger, Albert Huber, Lothar Hartinger, Franz Kerscher"
1967 FRANZ KERSCHER 2. bei der Gaumeisterschaft in LG (JOSEF HARTINGER 3.);
1968 JOSEF HARTINGER 1. bei der Gaumeisterschaft in LG;
1. Mannschaft wird 2. beim Rundenwettkampf;
1976 JOSEF POLLINGER 2. bei der Gaumeisterschaft in LG;
1977 JOSEF HARTINGER 1. bei der Gaumeisterschaft in LG,
JOSEF POLLINGER 2. bei der Gaumeisterschaft in LG;
1. Mannschaft belegt 2. Platz beim Rundenwettkampf des Gaus;
1980 JOSEF POLLINGER 1. bei der Gaumeisterschaft in LG;
1981 JOSEF POLLINGER 2. bei der Gaumeisterschaft in LG;
1983 Mannschaft wird 1. beim Patenschafts-Schießen in Breitenau mit der LP;
1985 JÖRG HUBER, Gaumeister und 2. Jugendmeister in LP bei der Bayer. Landesmeisterschaft;
Jörg Huber
ALBERT KRIEGER 2. bei Gaumeisterschaft in LP;
GEORG HARTL wird Gaukönig der Jungschützen;
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1987 RENATE IPPISCH 2. beim Gaulieslschießen;
JÖRG HUBER Gaumeister mit der LP;
THOMAS HARTL 2. der Gaumeisterschaft der Jungschützen;
1988 Mannschaft der Junioren wird Gaumeister,
MARKUS HABERL 2. der Einzelwertung;
1989 GEORG KEIL 2. Platz beim Gaukönigsschießen;
1991 Juniorenmannschaft erringt 2. Platz bei der Gaumeisterschaft;
1994 die Luftpistolen-Mannschaft belegt den 1. Platz in der Gauliga und schaffte damit den Aufstieg in die Bezirksliga;
in der Einzelwertung erringt ALBERT KRIEGER den 1. Platz in der LP,
MARKUS HABERL den 1. Platz mit dem Luftgewehr.
1998 die Jungschützen erringen den 2. Platz bei der Gaumeisterschaft,
MICHAEL MULZER gar den 1. Platz in der LP Einzelwertung;
1999 STEFAN HABERL wird Gaukönig, ANJA HABERL kommt in LP bei den Bayerischen Landesmeisterschaften auf einen beachtlichen 3. Platz in der Juniorenklasse;
Stefan Haberl Stefan Haberl & Franz Käsbauer
Anja Haberl
2001 die Jungschützen werden Wettkampfmeister im Rundenwettkampf,
und die Mannschaft der Schützenklasse belegt einen erfreulichen 2. Platz.
Da hat sich offensichtlich das vermehrte Training im neuen Schützenheim schon positiv ausgewirkt.


Gesellschaftliches Vereinsleben

Reine leistungsbezogene Vereine oder Gesellschaften sind die Schützen, wie wir gesehen haben, noch nie gewesen. Schon im Mittelalter war es ihnen ein Anliegen, auch Geselligkeit und Unterhaltung zu pflegen. TELL - Neuenschwand ist dieser Tradition verpflichtet geblieben. Mittlerweilen haben sich feste Gewohnheiten und Anlässe herausgebildet, an denen man sich nicht oder nicht nur wegen schießsportlicher Leistungen zusammenfindet und an denen auch Familienmitglieder erwünscht sind, welche nicht offiziell dem Verein angehören. Da ist etwa das jährliche Josefi-Schießen, dessen Preise in der Regel von den zahlreichen Sepperln oder Josephs unter den Mitgliedern gestiftet werden.

Seit vielen Jahren wird die sommerliche Schießsaison beendet mit einem kleinen Grillfest, das lange Zeit geprägt war von JOSEF KÄSBAUER und dem von ihm zubereiteten Spanferkel. Auch das Nußschießen vor Weihnachten gehört zu den festen vereinsinternen Ereignissen; die Teilnehmer bringen Geschenkpakete mit, welche dann als Überraschungspreise den einzelnen Schützen zufallen. TELL - Neuenschwand ist schließlich unverzichtbar beim Bodenwöhrer Bürgerfest: ohne die von den Schwandnern angebotenen Grillhendl wäre in den letzten Jahren glatt Versorgungsnotstand ausgebrochen.
Roland Haberl Franz Käsbauer
Roland Haberl beim Würzen der
Gockerl´n.
Franz Käsbauer:
„Schau´n de niad knusprig aus?“

Andrea, Franz & Michael Während unsere Andrea fleißig abkassiert, und Michael die letzten Gockerl´n zerteilt, denkt Franz schon an´s Aufräumen.

Nicht recht viel anders wäre es bei den Dorffesten in Neuenschwand und Altenschwand selber, an dem sich die Schützen regelmäßig beteiligen mit einem Gyros-, Maultaschen- oder anderen nahrhaften Stand und bei dem sie mit ihrem Nagelstand für Treffsicherheit besonderer Art Gelegenheit geben.
Andreas Dirmeyer
Andreas Dirmeyer

Unsere schwandner Spezialität: Andreas Dirmeyer beim Gyros bruzzeln!

Josef Hauser
Sepp´s berühmter Hackstock-Stand! Josef Hauser beim „nageln“!

Zwischendurch hat man immer wieder einmal auch ein Faschingskränzchen angeboten, eine Christbaumversteigerung oder eine Silvesterparty.
Milleniumsparty Milleniumsparty

Unsere Milleniumsparty im „alten“ Schützenheim!

 

Auch die Nachtwanderungen, an denen sich vor allem die Jungschützen beteiligen, gehören mittlerweile zu den festen Vereinstraditionen.

Bei einer Reihe von geselligen Vereinsterminen ist ebenfalls sportliche Tüchtigkeit gefragt, wenngleich nicht unbedingt mit dem Lutftgewehr, Zimmerstutzen oder der Luftpistole; so bei den festen Kegelabenden in Bruck, bei gelegentlichen Fußball-Turnieren, Bootsfahrten, Triathlon-Wettbewerben, Waldläufen, beim Tauziehen am Altenschwandner Johannisfeuer, bei Preisschafköpfen und Staffettenläufen. Da zeigt sich, über welch erstaunliche Talente der Verein verfügt: Beim Tauziehen wurden die TELL - Schützen wiederholt erste, und beim spektakulären Schlepperziehen in Altenschwand 1987 belegte man immerhin den 2.Platz.

dass der Verein bei den runden Geburtstagen älterer Mitglieder mit einem Geschenkkorb in Erscheinung tritt, gehört zu den Ehrenpflichten; am 6. Dezember 2001 konnte man auf diese Weise gar den 100. Geburtstag von Gründungsmitglied FRANZ KAGERER begehen.
Franz Kagerer & Johann Haberl


Zu den besonderen Freuden gehört es, wenn eine Abordnung des Vereins bei Hochzeiten von Mitgliedern in voller Montur nach der kirchlichen Trauung mit den Luftgewehren Spalier stehen kann.

Trauung des Brautpaares Bettina und Roland Haberl Ein gemischtes Spalier aus Tell-Schützen u. Feuerwehr Neuenschwand anlässlich der kirchlichen Trauung des Brautpaares Bettina und Roland Haberl. Albert Krieger und Franz Käsbauer überreichen das Geschenk.

Zum ersten Mal hatte man dieses Ehrenspalier präsentiert, als der seinerzeitige zweite Schützenmeister JOHANN HARTINGER am 10.10.1964 seine GERTRAUD heimführte.

Trauung des Brautpaares Gertraud und Johann Hartinger

Einer der Höhepunkt des gesellschaftlichen Vereinsjahres ist das Aufstellen des Maibaumes. Dieses hat auf Initiative von FRANZ KÄSBAUER TELL - Neuenschwand 1984 erstmals übernommen und seitdem Jahr für Jahr praktiziert. 1986 allerdings hatte man ein Problem, weil man wenige Stunden vor Beginn der schweißtreibenden Aktion feststellen mußte, dass der bereits hergerichtete und geschmückte Baum in der Mitte durchgesägt worden war. Nur durch eine Blitzaktion ließ sich in der verbleibenden knappen Zeit noch ein Ersatz beschaffen. Neuenschwand hat also jetzt immer einen weithin sichtbaren Maibaum vorzuweisen. Und dass der Abschluß der Arbeit nicht mit einem Schießen nach der Scheibe beendet wird, braucht man nicht eigens zu betonen; es ist dann Zielwasser anderer Art gefragt.

Maibaumaufstellen 1986 / 1987

 

Am spektakulärsten dürften die von FRANZ KERSCHER organisierten Schützenfeste im Steinbruch südlich der B 85 in den Jahren 1963, 1964 und 1965 gewesen sein.
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Sie zogen ganze Besuchermassen von weither an.

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Das lag teilweise auch an den attraktiven Preisen. Einmal gab es sogar für den besten Schützen ein veritables Auto zu gewinnen: Es war der vom Schützenmeister ausrangierte, ansonsten aber durchaus funktionstüchtige und straßentaugliche Messerschmitt-Kabinenroller, mit dem sich dann der neue Eigentümer aus Warmersdorf eine Zeit lang bei den sonntäglichen Fahrten zur Kirche voller Stolz im Ort sehen ließ.

Im Jahr 1966 waren schon alle Vorbereitungen getroffen, als am 26. Juni FRANZ HAUSER bei der Heimfahrt vom Schützenfest in Altenschwand tödlich verunglückte. Angesichts dieses Schocks wollte man wenig später nicht öffentlich feiern, so als ob nichts geschehen sei, hatte doch der hilfsbereits FRANZ vorher immer entscheidend zur Herrichtung des Platzes und zu den vielen anfallenden Arbeiten beigetragen. Und als man im Jahr 1967 die Tradition weiterführen wollte, konnte sich die Landpolizeidirektion trotz positiver Stellungnahme des Bürgermeisters von Bodenwöhr und anderer Dienststellen nicht mehr zu einer Genehmigung durchringen; zu groß war der allgemeine Andrang geworden, zu schwierig gestaltete sich die verkehrstechnische Sicherung der B 85, die unmittelbar am Festplatz vorbeiführte. So wurde abrupt eine Entwicklung unterbrochen, welche das Schwandner Schützenfest auf die Ebene des Gillamoos in Abensberg oder diejenige des Straubinger Volksfestes geführt hätte (vielleicht!). Eine Zeitlang erhalten aber blieb ein kleines Bretterhaus im Steinbruch, das als Schützen-Außenstelle für gesellige Anlässe noch jahrelang eine gewisse Rolle spielte. Seitdem ist man im Festefeiern wieder etwas bescheidener geworden, doch haben Geselligkeit und Kameradschaft nach wie vor einen hohen Rang im Leben von TELL - Neuenschwand.


Sponsoren

Bei einem Rückblick auf ein halbes Jahrhundert der Existenz sollte auch nicht vergessen werden, dass viele Aktivitäten des Vereins möglich geworden sind, weil sich neben dem ehrenamtlichen und teilweise auch konstenintensiven Engagement der Vereinsmitglieder und der Vorstände immer wieder Privatleute und Insitutionen gefunden haben, welche den Verein großzügig unterstützt haben. Allen voran ist die Gemeinde Bodenwöhr mit den Bürgermeistern JOSEF WIENDL und WALTER WALLINGER zu nennen, welche über lange Jahre hinweg dem Verein außerordentlich wohlwollend gesonnen waren, durch jährliche Zuschüsse dafür sorgten, dass die Pachtkosten für das Schützenheim um Null gelegen sind, dass bei Sonderaufwendungen für Renovierungen und größere Erhaltungs- oder Veränderungsmaßnahmen mit einer namhaften Beihilfe zu rechnen war und dass vor allem das jetzige Vereinsheim erstellt, ausgestattet und bezogen werden konnte. Auch bei den jährlichen Generalversammlungen konnte man regelmäßig mit Interesse und Anwesenheit rechnen. Es hat ganz den Anschein, dass der erst seit kurzem im Amt befindliche Bürgermeister ALBERT BAUER dieser Tradition folgen will.

Auch die in der Gemeinde ansässigen Geldinstitute wie die Sparkasse in Bodenwöhr oder die Raiffeisenbank sowie die Sparkasse in Schwandorf hatten immer ein offenes Ohr, wenn Ebbe in der Vereinskasse herrschte oder größere Ausgaben anstanden. Schließlich hat der ehemalige Vereinswirt JOSEF WIENDL, auch nachdem TELL sozusagen bei ihm ausgezogen war, durch Stiftung von Pokalen und Spendung von Freibier mancher sportlichen und auch geselligen Aktion den Weg geebnet. Schließlich wurde immer auch deutlich, dass der Verein innerhalb der Ortschaft größte Sympathien genießt; wenn für Preisschießen, Christbaumversteigerungen oder andere Anlässe gesammelt wurde, fanden die Sammler freundliche Aufnahme, und bei den Vorbereitungen für größere sportliche und gesellige Ereignisse helfen regelmäßig auch Frauen und Männer mit, die offiziell gar nicht zum Verein gehören. Dies stimmt verheißungsvoll für die Zukuft. Es steht zu hoffen, dass mit dem neuen Vereinsheim ein Mittelpunkt des sportlichen und geselligen Lebens geschaffen wurde, der auf lange Zukunft hin die Geschicke Neuenschwands im positiven Sinne prägen wird.


Jubiläum und Standartenweihe 2002

Hatte die nachbarschaftlich verbundene FFW Neuenschwand im Jahr 2000 ihr hundertjähriges Bestehen feiern können, so wollte der Schützenverein sein 50jähriges nicht sang- und klanglos verstreichen lassen. Die Generalversammlung vom Januar 2001 stellte die Weichen durch Berufung eines Festausschusses und Vergabe des Auftrags zur Anschaffung einer Standarte. Dem Festausschuß gehören an:
1. Festleiter ALBERT KRIEGER
2. Festleiter HUBERT BAUER
Schriftführer ALBERT GRAF
Beisitzer FRANZ KÄSBAUER (1. Schützenmeister)
JOHANN HABERL (2. Schützenmeister)
FRANZ HAUSER
JOSEF HAUSER
MICHAEL MULZER
SEBASTIAN SCHMITT (Fahnenjunker)


Die Standarte wurde in Auftrag gegeben bei der bekannten Fahnenstickerei KÖSSINGER in Schierling; sie zeigt auf der Vereinsseite das Abbild jener Schützenfigur, die sich auf der Schützenscheibe befindet, welche der zweite Schützenmeister JOHANN HABERL zum Standeröffnungsschießen im Jahr 2000 gestiftet hatte; eingearbeitet ist auch das Vereinswappen, entworfen und ausgeführt vom Mitglied GEORG HUBER als Vereinstaferl. Als Motiv für die Ortseite hat man das Gemälde gewählt, das als Fresko an der Decke des Chorraumes in der Neuenschwandner St. Bartholomäus-Kirche zu sehen ist: eine Ansicht des Ortes vom Mappenberg her um 1900, ausgeführt vom akademischen Maler WALTER SCHEIDEMANN.

Als Patenverein wird der Schützenverein EICHENLAUB ALTENSCHWAND mit dem Vorstand LUDWIG GRUBER in Erscheinung treten; man wird ihn offiziell am 3. Mai 2002 zur Übernahme des Patenamtes bitten. Ein Preisschießen wird es vom 31. Mai bis zum 9. Juni 2002 geben; Hauptpreis ist die vom 1. Schützenmeister FRANZ KÄSBAUER gestiftete Festscheibe, doch wird es genügend andere Preise zu erringen geben, die man nach bewährter Manier von Geschäfts- und Privatleuten sammeln wird. Am 21. Juni 2002 findet beim TROIDLWIRT der übliche Kommersabend mit Ehrungen in Anwesenheit von prominenten Gästen statt, und am Wochenende vom 6. und 7. Juli 2002 steigt dann das große Fest mit Standartenweihe und Festzug. Hierzu erscheinen dann auch die Schützenfrauen in neuen Kleidern. Es bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass der hl. Petrus zu diesem Anlaß mehr Einsehen zeigt als beim Jubiläum der Feuerwehr. Doch wie auch immer, für den Schützenverein TELL - Neuenschwand soll das Fest der Start sein für einen gedeihlichen Weiterbestand in ein weiteres halbes Jahrhundert.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 26. Februar 2010 um 10:40 Uhr  

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